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Jahresabschlüsse

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Wort Jahresabschluss oft in Bezug auf die steuerlichen Gewinnermittlungen verwendet. Diese heißen jedoch Steuerbilanz, Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG oder Einnahmen-Überschussrechnung. Als Jahresabschluss wird die jährliche handelsrechtliche Erfolgsrechnung eines Kaufmanns bezeichnet. Das Handelsrecht wird im Handelsgesetzbuch geregelt und gilt grundsätzlich nur für Kaufleute. Die handelsrechtliche und steuerrechtliche Gewinnermittlung sind grundsätzlich zu trennen, da diese unterschiedliche Funktionen besitzen. Die steuerrechtliche dient zur korrekten Ermittlung der steuerlichen Bemessungsgrundlagen. Die handelsrechtliche Gewinnermittlung besitzt eine Ausschüttungsbemessungsfunktion, d.h. die zutreffende Ermittlung von Beträgen, die an die Gesellschafter ausgeschüttet werden können. Grundsätzlich besteht auch eine Informationsfunktion des Jahresabschlusses, die aber hinter der Ausschüttungsbemessungsfunktion und der Gläubigerschutzfunktion zurücktritt.

Die Komplexität und der Umfang der Gewinnermittlung des Kaufmanns hängen von der Größe und von der Rechtform seines Unternehmens ab. Die geringsten Anforderungen werden an den Jahresabschluss eines eingetragenen Kaufmanns gestellt. Sollten die Umsatzerlöse den Wert von 600.000 € und der Jahresüberschuss den Wert von 60.000 € an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen nicht überschreiten, reicht es für den Einzelkaufmann aus, eine Aufstellung entsprechend der steuerlichen Gewinnermittlung gemäß § 4 Abs. 3 EStG zu erstellen. Auf die Erstellung der klassischen Bestandteile von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung eines Jahresabschlusses kann verzichtet werden.

Wollen mehrere Personen zusammen ein Handelsgewerbe ausüben und schließen sich deshalb zusammen, gründen Sie eine Personengesellschaft. Im Handelsrecht gibt es zwei Ausprägungen der Personengesellschaft die offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft (KG). Diese beiden Rechtsformen unterscheiden sich bezüglich der Haftung der Gesellschafter für Schulden der Gesellschaft. Bei der offenen Handelsgesellschaft haften alle Gesellschafter unbeschränkt mit Ihrem Privatvermögen für Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Bei der Kommanditgesellschaft existieren Gesellschafter, die für Gesellschaftsschulden nur beschränkt haften. Jedoch muss bei der Kommanditgesellschaft mindestens ein Gesellschafter für Schulden der Gesellschaft unbeschränkt haften. Der unbeschränkt haftende Gesellschafter wird als Komplementär bezeichnet und der beschränkt haftende Gesellschafter als Kommanditist.

Im Rechtsverkehr existiert noch eine weitere Rechtsform die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Wie der Name schon aussagt, ist dies keine Gesellschaft des Handelsrechts sondern des Bürgerlichen Gesetzbuches. Durch die Rechtsprechung sind aber viele gesellschaftsrechtliche Regelungen der offenen Handelsgesellschaft analog auf die Gesellschaft bürgerlichen Rechts anwendbar, so dass zwischen den Gesellschaften nahezu kein Unterschied mehr besteht.

Bei den Personengesellschaften muss für den Jahresabschluss noch eine weitere wichtige Unterscheidung getroffen werden. Für den Umfang und die Komplexität des Jahresabschlusses ist entscheidend, ob mindestens eine natürliche Person unbeschränkt für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet. Sollte dies der Fall sein, besteht der Jahresabschluss der Personengesellschaft aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung genauso wie für Einzelkaufleute, die die oben genannten Größenkriterien überschreiten.

Die Bilanz ist eine stichtagsbezogene Auswertung, in der das Vermögen und die Schulden gegenüber gestellt werden. Sollte das Vermögen größer sein als die Schulden, wird Eigenkapital in der Bilanz ausgewiesen, was dem Gesellschaftervermögen zu Buchwerten entspricht. Sollten die Schulden größer sein als das buchmäßige Vermögen, ergibt sich ein nicht durch das Eigenkapital bzw. nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Fehlbetrag. Umgangssprachlich wird dann häufig von Überschuldung der Gesellschaft gesprochen. Dieser Wert hat nichts mit dem insolvenzrechtlichen Begriff der Überschuldung zu tun, da im Insolvenzrecht ganz andere Bewertungsgrundlagen gelten.

Die Bilanz besteht aus Aktiva, die sich auf der linken Seite der Bilanz befinden, und Passiva, entsprechend gegenübergesetzt auf der rechten Seite. Als Aktiva werden die Vermögensgegenstände des Kaufmanns ausgewiesen. Das langfristig genutzte Vermögen des Kaufmanns wird als Anlagevermögen bezeichnet und das kurzfristig genutzte Vermögen als Umlaufvermögen. Die Aktiva werden zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und ggf. vermindert um Wertberichtigungen ausgewiesen, dabei handelt es sich fast ausschließlich um erworbenes Vermögen. Selbsterstelltes Vermögen wird in Folge des Gläubigerschutzes nur in bestimmten Ausnahmefällen ausgewiesen. Zeitwerte finden höchstens, wenn Sie einen niedrigeren Wert als die Anschaffungs- oder Herstellungskosten besitzen, Eingang in die Bewertung der Aktiva. Das tatsächliche Vermögen des Kaufmanns wird häufig nicht in der Bilanz ausgewiesen.

Als Passiva werden die Schulden des Kaufmanns stichtagsbezogen ausgewiesen. Diese setzen sich zum Einen aus den Verbindlichkeiten und zum Anderen aus den Rückstellungen zusammen. Die Verbindlichkeiten sind die Schulden des Kaufmanns, die bis zum Stichtag zumindest wirtschaftlich entstanden sind. Sie werden zum sog. Erfüllungsbetrag angesetzt. Meistens entspricht dieser dem Rückzahlungsbetrag. In der Bilanz werden aber nicht alle Schulden des Kaufmanns abgebildet. Zukünftige Leasingraten, Miet- und Zinszahlungen, obwohl Sie bereits vor dem Bilanzstichtag durch Vertragsabschluss entstanden sind, werden nicht bilanziert, da es an der wirtschaftlichen Verursachung in der Vergangenheit fehlt. Der Kaufmann kann zum Stichtag Schulden besitzen, deren Höhe bzw. deren Eintritt nicht sicher sondern ungewiss sind. Diese werden als Rückstellung in der Bilanz abgebildet. Der verbleibende Betrag zum Vermögen stellt das bilanztechnische Vermögen des Kaufmanns bzw. der Gesellschafter dar.

Zum weiteren Bestandteil des Jahresabschlusses gehört als zeitraumbezogene Auswertung die Gewinn- und Verlustrechnung. In dieser Auswertung sollen sämtliche Erträge und Aufwendungen, die wirtschaftlich in diesem Zeitraum verursacht wurden, ausgewiesen werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung beginnt grob mit der Zusammensetzung der Erträge von der dann die betrieblichen Aufwendungen abgesetzt werden. Diese werden grundsätzlich in Materialaufwand und in Aufwendungen für bezogene Leistungen, Abschreibungen, Personalaufwand sowie in sonstige betriebliche Aufwendungen unterteilt. Im Anschluss daran wird das Finanzergebnis ausgewiesen und zuletzt der Steueraufwand der Gesellschaft. Das Ergebnis wird als Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag bezeichnet.

Kapitalgesellschaften grenzen sich gegenüber den Personengesellschaften dadurch ab, dass es sich nicht um einen personellen Zusammenschluss von natürlichen Personen zur Errichtung eines Handelsgewerbes handelt, sondern dass Geld gegeben wird, um ein Handelsgewerbe zu betreiben. Die Gesellschafter üben dann nicht die Geschäfte der Gesellschaft aus sondern der Geschäftsführer bzw. der Vorstand. Bei Kapitalgesellschaften wird in der Regel die Haftung auf das Vermögen der Gesellschaft beschränkt. Die Gesellschafter haften somit nicht mit ihrem Privatvermögen. Als Kapitalgesellschaften bestehen zwei Grundformen die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die Aktiengesellschaft (AG). Die sogenannte Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist eine Unterform der GmbH und ist dadurch gekennzeichnet, dass für die Gründung ein Kapital von 1 € ausreicht. Das Kapital der GmbH muss dagegen mindestens 25.000 € betragen.

Wegen der Haftungsbeschränkung und der deutlicheren Trennung zwischen Geschäftsführung und Gesellschafterkreis nehmen der Umfang und die Komplexität beim Jahresabschluss gegenüber den Personengesellschaften weiter zu. Der Jahresabschluss von Kapitalgesellschaften umfasst grundsätzlich neben Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung mit einem ausführlicheren Gliederungsschema einen Anhang. Zudem können weitere Abschlussbestandteile wie Lagebericht zum Jahresabschluss hinzu kommen. Jedoch wurden größenabhängige Erleichterungen eingeführt, wofür eine Unterteilung der Kapitalgesellschaft in 4 Klassen und einem Sonderfall notwendig war.

Es erfolgt eine Einteilung nach Größenklassen der Kapitalgesellschaften gemäß § 267 HGB und § 267a HGB, die sich an Bilanzsumme, Umsatzerlöse und durchschnittliche Arbeitnehmeranzahl orientieren:

Kleinst-Kapitalgesellschaften

Kleine Kapitalgesellschaften

Mittelgroße Kapitalgesellschaften

Große Kapitalgesellschaften

Sonderfall: Kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften.

Der Jahresabschluss von Kleinst-Kapitalgesellschaften besteht grundsätzlich nur aus einer sehr verkürzten Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung. Das Gliederungsschema für kleine Kapitalgesellschaften beim Jahresabschluss ist detaillierter als bei Kleinst-Kapitalgesellschaften zudem muss ein Anhang erstellt werden, der als verbale Erläuterung des Jahresabschlusses zu verstehen ist. Mittelgroße Kapitalgesellschaften müssen neben einen höheren Detaillierungsgrad im Jahresabschluss gegenüber den kleinen Kapitalgesellschaften als zusätzlichen Bestandteil einen Lagebericht erstellen. Der Lagebericht soll ein zutreffendes Bild über die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft verbal abgeben. Hierzu gehört auch über die Risiken und Chancen der zukünftigen Entwicklung der Gesellschaft zu berichten und eine Prognose abzugeben. Der Jahresabschluss und der Lagebericht sind durch einen Wirtschaftsprüfer zu prüfen. Dieser wird dann Abschlussprüfer genannt. Die Prüfung von Jahresabschlüssen erfolgt durch unsere Schwestergesellschaft Agon Audit Thomas Geiger und Partner mbB. Ein von der Agon Tax Steuerberatungsgesellschaft und Treuhandgesellschaft mbH erstellter Jahresabschluss darf aus Gründen des Selbstprüfungsverbot nicht von der Schwestergesellschaft geprüft werden. Jahresabschluss und Lagebericht sind bei einer großen Kapitalgesellschaft noch detaillierter als bei einer mittelgroßen Gesellschaft. Die Prüfungspflicht des Jahresabschlusses besteht auch für große Gesellschaften. Kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften sind unabhängig von Ihrer tatsächlichen Größe immer wie eine große Kapitalgesellschaft zu behandeln.

Aus steuerlichen Gründen ist die so genannte GmbH & Co. KG ein in der Wirtschaft sehr beliebtes Gesellschaftskonstrukt, das die steuerlichen Vorteile einer Personengesellschaft mit der Haftungsbeschränkung einer Kapitalgesellschaft kombiniert. Letztendlich handelt es sich um eine Kommanditgesellschaft, in der keine natürliche Person sondern eine GmbH die unbeschränkt haftende Gesellschafterin ist (Komplementärin). Die Stellung des Kommanditisten als beschränkt haftender Gesellschafter nimmt in der Regel eine natürliche Person ein, die den gesamten Gewinnanteil der Gesellschaft erhält. Eine Personengesellschaft, wo eine Kapitalgesellschaft ausschließlich unbeschränkt haftende Gesellschafterin ist, die wird wie eine Kapitalgesellschaft behandelt.

Mit uns, den Steuerberatern der Agon Tax Steuerberatungsgesellschaft und Treuhandgesellschaft mbH aus Garbsen, erhalten Sie einen kompetenten Ansprechpartner aus der Region Hannover für die Erstellung eines Jahresabschlusses und der Wahl einer steuerlich optimalen Rechtsform.

 

 

 

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